Brennofensteuerung

Stromversorgungen, elektronische Schalter, Sensoren, Relaisschaltungen etc.
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Dianu
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Brennofensteuerung

Beitragvon Dianu » 18.09.2011, 12:59

Die Bucht machts moeglich: ein Naber Laborofen zum zehntel des Neupreises - allerdings auch Bj 1978.
Der Ofen schafft 1100 °C und hat einen lustigen Einsteller: Der Einstellknopf ist mit 0-100% beschriftet, dahinter steckt eine Kombi von Bimetallen und Heizdraehtchen, in Stellung "70%" kommt nicht 0,7x1100°C raus sondern etwas um die 300°C :( . Allerdings hat der Ofen zwei Bohrungen, die auf der Rueckseite werde ich mit einem richtigen Thermoelement bestuecken. Letzteres muss vom Typ "S" sein, (Platin/Rhodium), weil unsere vorhandene Brennofensteuerung TC66 (Fa. Bentrup) eingesetzt werden soll. Aber nicht nur als Temperaturnmessgeraet sondern auch als Temperaturregler, dazu braucht es lediglich noch einen Leistungsschalter. Ich waehle ein Halbleiterrelais aus, es kann 40A schalten, der Ofen braucht allerdings nur ca. 5A. Als letzterer von der kleinen Postlerin in gewohnter Marnier auf unsere Treppenstufe gewuchtet wurde, konnte man schon Uebles ahnen. Der Tuerstein hat jetzt einen derben Riss, die Elektrik funktionierte erst, nachdem ich alle Luesterklemmenschrauben angezogen habe.
Ich entdecke in meinem Elektrofundus ein geeignetes Gehaeuse, darin haust eine Bohrmaschinen-Drehzahlregelung, ein Nachbau von Elektor, wahrscheinlich auch aus den 70/80er Jahren. Die aeussere Steckdose passt mir gerade in den Kram, damit wird jetzt der Brennofen ein- und ausgeschaltet. Der Bentrup-Regler steuert dazu ein dickes Halbleiterrelais an, der Brennofen-Leistungssteller steht dann natuerlich auf 100%.
Damit man beim Bestuecken des Ofens nicht auf dem Bauch liegen muss, habe ich aus Reststuecken noch schnell ein Waegelchen gebastelt. Etwas spaeter kam auch noch der Auszug dazu, welcher mit Alublech verkleidet ist. Die Alu-Vorderkante ist etwas uebers Holz hinaus gezogen damit man so einen Griff zum Ausziehen der Lade bekommt.
Inzwischen hat M. vier Versuche mit selbstkomponierten Rakuglasuren gefahren, siehe auch Bild. Die rohen Untersetzer sind Massenware aus rotem Ton (0,25cent), dafuer lohnt sich das Selbermachen nicht. Aber deren Veredelung mit einer Glasur kann Spass machen und der Untersetzer wird dann sehr individuell.
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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon guidob » 18.09.2011, 13:30

Ne Menge Arbeit, nur um mal einen Stahl zu härten oder
anzulassen. :mrgreen:

Was wiegt denn das Schätzchen, weil du über die Postfrau
schimpfst?

Frohes Töpfern und Glasieren, Guido,

die Untersetzer sehen wirklich gut aus!

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Dianu
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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon Dianu » 18.09.2011, 13:51

Der Ofen wiegt nur 20 kg. Als sie neulich ein groesseres Paket zu uns schleppte, bin ich ihr entgegen gelaufen. Kurz bevor ich sie erreichte setzte sie das Paket mit Schmackes auf den Boden ab und freute sich, dass ich den Rest des Weges erledigen wollte. Im Paket war ein neuer PC, er hat es gluecklicherweise ueberlebt.
Der Luestereffekt kommt auf Bildern natuerlich nicht so gut raus. Die Reduktion (Sauerstoffentzug) haben wir in einer Aschentonne vom Kamin realisiert, in der Tonne waren Holzspaene von meiner Kettensaege. 8)
Ein "richtiger" Rakuofen steht auch noch auf der Wunschliste... :)

Nachtrag:
Was ist "Raku"? --> siehe Link:
http://www.scholl-keramik.ch/startseite ... /raku.html
Liebe Gruesse

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon guidob » 18.09.2011, 16:18

Was es nicht alles gibt! Hoffentlich habt ihr immer einen
Feuerlöscher griffbereit. :shock:

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon edgar » 18.09.2011, 17:06

Hast du Einen im Auto ?

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon guidob » 18.09.2011, 20:30

Nö, da mache ich aber auch kein Raku. 8)

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon edgar » 18.09.2011, 20:57

Lieber Ragu' machen...fuer die pasta ...e basta :lol:

Viel brennen kann da wohl nicht...die Steine sind geduldig

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon Dianu » 18.09.2011, 22:24

Ed, das Brenngut muss bei ca. 1000°C aus dem Ofen geholt werden. Bei Elektrooefen geht das nur, wenn deren Heizwendel verdeckt sind, weil diese sonst Schaden nehmen wuerden. (Die besseren Rakuoefen laufen deshalb mit Gas). Das fies heisse Teil wird dann in einen Behaelter gelegt, welcher mit Holzspaenen gefuellt ist. Diese brennen natuerlich sofort. Nach kurzem Anbrennen wird der Behaelter geschlossen und dann erfolgt durch den Sauerstoffmangel der Effekt der Reduktion, und das ist, was das Rakuverfahren vom normalen Brennvorgang unterscheidet. :wink:
Liebe Gruesse

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon edgar » 18.09.2011, 22:38

Danke fuer die Beschreibung der Vorgaenge...ich hatte auch einst mit Ela zusammen einen Reduktionsofen gebaut (im Garten)....da war das Teil anfangs 1000°C kaelter. :roll:

Fies heiss ..klingt eindrucksvoll :shock:

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Re: Brennofensteuerung

Beitragvon Dianu » 18.09.2011, 23:17

Ja, Raku mit Elektroofen ist nur eine Kruecke. Aber dafuer sind diese kleinen Laboroefen konstruiert, dass man gerade mal etwas an einem kleinen Teil ausprobieren kann. Das Hochheizen dauert nur 1-2 Stunden und das Abkuehlen geht auch sehr schnell. :)
Liebe Gruesse

Dianu


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