Erfahrungsbericht Kubuntu 8.04

guidob
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Erfahrungsbericht Kubuntu 8.04

Beitragvon guidob » Dienstag 14. Oktober 2008, 00:17

Hallo Dianu und alle die es sonst noch interessiert,

ich habe gestern mal Kubuntu auf eine neue Festplatte installiert und muss
sagen, dass sich deine Erfahrungen bzw. Befürchtungen fast alle bestätigt
haben. Fazit: machbar, aber weit abseits von usable.

Das ISO-Image habe ich von einem USB-Laufwerk gestartet, der Kernel wurde
geladen, die initiale Ramdisk eingerichtet und anschließend hing das System.
Stehendes Kubuntu-Logo, auf der Textconsole keine Fehlermeldung. Hat wohl
das USB-Laufwerk nicht mehr gefunden. Neustart, Hilfe aufrufen: diese ist
keine, kein Vergleich zu Knoppix, keine Kernelparameter zum Booten, auch
die Funktionstastenbeschreibung stimmt nicht (können die die Hilfe nicht
einfach von Knoppix übernehmen? Herr Knopper hätte sicher nichts dagegen).
Zweiter Versuch mit Option Treiber-CD verwenden, dann mehrmals Enter
hauen ohne die CD zu wechseln, startet die Installation.

Die Bildschirmauflösung ist SVGA (800x600) mit einem Timing, das nur knapp
2/3 des Bildschirms sichtbar macht. Nungut, Blindinstallation geht auch. Die
Festplatte war schon wunschgemäß partitioniert und formatiert, sonst wäre
die Möglichkeit die alte Installation zu schrotten sicher geringer gewesen.

Nach der Installation startet X11 ebenfalls in SVGA. Mit der Systemeinstellung
kann das nicht einfach behoben werden. Zunächst muss der Monitor auf
"generic" mit der passenden Auflösung eingestellt werden, anschließend ist
Abmelden und ein Neustart des X-Servers (immerhin erläutert) angesagt.
Gemein nur, dass hier vieles erahnt wreden muss, da in SVGA die Menüs
nicht komplett dargestellt werden und beim Scrollen leicht eine Option
übersehen wird.

Endlich in XGa (bei mir halt), läuft das Netz nicht richtig. O.K. die Netmask
wurde falsch eingegben, lässt sich jetzt wohl nicht mehr korrigieren. Es wird
zwar der korrekte Weert angezeigt, aber "/et/init.d/inet restart" wird wohl nicht
aufgerufen. Kann man ja auch von Hand nachholen.

Jetzt läuft das Netz, erstmal einen nvidia-Treiber einrichten. Blöder Fehler:
Synaptic ist nicht installiert, mit dem neuen Paketmanager komme ich nicht
gleich klar. Resultat: 64-Bit-Version installiert und problemlos eingerichtet
und läuft natürlich nicht auf meinem 32-Bit-System. Kein Problem, nochmal
installieren. Geht, einrichten kann ich den Treiber aber nicht mehr. Erst von
Hand in Xorg.conf eingetragen klappt alles problemlos.

Jetzt noch mein Home-Verzeichnis vom Server mounten, geht nicht. Sind die
notwendigen Kernelmodule geladen? Die fehlen! Ich muss erst das Paket
nfs-common nachinstallieren, gut das der internetzugang mittlerweile
funktioniert. Ich möchte wetten, jede SMB-Freigabe hätte ich direkt nutzen
können, für NFS muss ich erst nachinstallieren, seltsam für ein Unix-System.

Nach gut vier Stunden steht das System und mein Fazit: Auch heute noch
unter Ubuntu und wie sie alle heissen, als Erstes nach dem Start des Systems
einen root-Account anlegen. Ohne Console geht leider immer noch garnix.

Gruß,

Guido

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Beitragvon Dianu » Dienstag 14. Oktober 2008, 11:20

Das ewige Nachlaufen hinter der Weiterentwicklung von PC-Hardware laesst Linux keine Atempause. Dazu kommen auch noch selbstgemachte Probleme, z.B. die Aenderungsfreudigkeit der ehrgeizigen KDE-Gruppe oder die Uneinigkeit, wie standard Pfadnamen heissen sollten.
Knopper war nie ein Freund von HD-Installationen, das war auch der Hauptgrund, warum sein aktivster Anhaenger (rund 6000 fundierte Beitraege im alten Knoppix-Forum) sich selbstaendig machte: Kano
http://www.kanotix.net
Kano brachte zu Weihnachten 2003 seine erste legendaer stabile Knoppix-Variante fuer die HD-Installation raus. Heute noch kann man in seinem IRC fundierte Infos und aktuelle Download-Links bekommen, wenn man sich dafuer interessiert.
Ende 2006 verlaesst ein wichtiger Entwickler (slh) (und mit ihm viele andere) die Kanotix Gemeinde um die unstabile Debian-Linie (sid) weiter verfolgen zu koennen:
http://www.sidux.com

Kano liebaeugelt mit stabileren Paketen und waehlt den Ubuntu-Kernel.
Liebe Gruesse
Dianu

guidob
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Beitragvon guidob » Dienstag 14. Oktober 2008, 17:32

Das ewige Nachlaufen hinter der Weiterentwicklung von PC-Hardware laesst Linux keine Atempause.


Naja,

meine Hardware ist eigentlich nicht besonders modern und USB-Laufwerke
sind doch mittlerweile auch nichts exotisches mehr. Eigentlich mag ich
Ubuntu, es scheint mir die beste Mischung aus Stabilität und Modernität zu
bieten. Die Update-Automatik ist ebenfalls sehr gut. Wenn ich aber ca. alle
zwei Jahre neu installiere (weil ich vorher gelesen habe, dass ein Upgrade
wiedermal nicht ohne Weiteres möglich ist) und dann den Eindruck gewinne,
dass sich nicht viel verbessert hat, mache ich mir doch Gedanken.
Die meisten pot. Umsteiger hätten die CD nach dem ersten Hänger in den
Müll geschmissen.

Grüße,

Guido


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